Noch 1 Tag 16 Stunden 43 Minuten und 8 Sekunden : Country-Nachmittag in Bad-Berleburg
REUNION-Summercamp 2009
15 Jun 2009 - Martin
So etwas wie das vergangene Wochenende in Worte zu fassen... kaum möglich und ich vergesse sicher das eine oder andere Detail.
Fest stand, dass wir wieder auf den Campingplatz in Bielstein fahren würden und das Fronleichnam-Wochenende ist traditionell für das REUNION-Summercamp reserviert.
Der Anruf von Uwe's Frau Kirsten "du brauchst dich um nichts zu kümmern" war für mich natürlich sehr bequem, auch wenn ich mich normalerweise gerne in die Sache rein hänge, alleine um die Übersicht zu behalten. So musste ich Dienstags lediglich mit den Jungs von der Band den Hänger mit Instrumenten und Anlage für den Auftritt bei den Trappers Kaltenbroich laden und anschließend meine persönlichen Dinge. Eigentlich eher Frauentypisch war es witterungsbedingt dann doch recht viel - aber das war gut so, wie sich später heraus stellte. Das Wetter zeigte sich von seiner schlechtesten Seite - kalt und seeeehr nass. Leider musste ich am Mittwoch bis fast halb fünf arbeiten und kam so in den Berufsverkehr. Trotzdem erreichte ich den Platz gegen 17:45 Uhr, wo die Roadcrew bereits am Dienstag die Zelte aufgebaut hatte. Ich selbst hatte die Rückbank aus dem Bandbus ausgebaut und dort eine passable Liegefläche zur Verfügung - der Aufbau hielt sich in Grenzen. Zwischenzeitlich konnte ich einen Blick auf das neue Highlight des Summercamps werfen: ein Kühlwagen mit 50 (sic!) Kästen Bier - das sind 1000 Flaschen oder 500 Liter - (naja und noch etwas Cola, Fanta und Lebensmittel). Petrus hatte sich versteift, uns ordentlich mit Nass von oben zu versorgen und wir haben als Druckausgleich die Betankung von innen vorgenommen. Das obligatorische Flunkiball- oder Volleyball-Turnier (diesmal nicht mit mir) war schon zu meiner Ankunft in vollem Gange und die Runde am Lagerfeuer fiel witterungsbedingt und auch wegen Erschöpfung (wir mussten ja arbeiten) etwas kürzer aus.
Auch der Donnerstag zeigte sich wettertechnisch von seiner schlechten Seite: häufige, teils sehr heftige Regenschauer und noch immer ziemlich kalt. So zog es viele unserer "Summercampler" in die Campingplatzeigene Kneipe - erstaunlich dass danach noch immer so viel von unseren Alkoholreserven vernichtet wurden.
Freitags war es endlich so weit: die Sonne zeigte sich und zwar ziemlich heimtückisch mit viel Wind - von dem Sonnenbrand habe ich die nächsten Tage noch etwas. Aber so konnten wir endlich abends ausgedehnt an unseren drei Lagerfeuern (ein Lagerfeuer für über 30 Personen wäre sinnlos) mit viel Musik verbringen: Maik war vollkommen losgelöst und hörte nicht auf ständig neue Songs anzuspielen.
Der Samstag hatte eine schöne Pflichterfüllung für uns parat: der traditionelle Auftritt bei den Trappers in Bergisch-Gladbach-Kaltenbroich. Kurz vor vier Uhr nachmittags brachen wir mit vielen unserer mitgereisten Fans auf. Ausladen und Aufbau war in kürzester Zeit erledigt und der warme Empfang, den uns die Trapper boten, zeigte, warum wir uns hier so wohl fühlen. Viele Besucher reisten wegen uns an und die Stimmung war bombastisch gut. Leider dürfen wir auch hier nicht länger als bis 22 Uhr spielen - es gibt Ärger mit einem Nachbarn.
Sonntags hieß es dann wieder packen und von lieben Freunden Abschied nehmen. Es hat wieder riesig Spaß gemacht, mit euch etliche Kilo Grillfleisch und andere Lebensmittel zu vertilgen, zu singen, feiern, sprechen, spielen...
Und die eingangs erwähnten 500 Liter sind natürlich auch vernichtet worden... Ehrensache quasi
REUNION Summercamp 2006
20 Jun 2006 - Martin
Vorweg: schreibt doch auch mal euer Tagebuch vom REUNION-Summercamp und schickt es an uns ...
Jetzt, wo alles wieder vorbei ist, fällt es noch schwerer ein paar Zeilen darüber zu schreiben, ohne wehmütig an dieses außergewöhnliche Wochenende zurück zu denken.
Bereits Monate vorher machten sich unsere Frauen Gedanken, wie man das Zeltlager, das immer gigantischere Ausmaße annahm, logistisch in den Griff bekommen könne. Essenlisten, wer bringt was mit, wie viele Kühlschränke, Kocher und Grills stehen zur Verfügung. Uns Männern kam nur eine Aufgabe zuteil: kümmert euch um das Bier. Und um es vorweg zu nehmen: das Essen war hervorragend geplant, das Bier, immerhin knapp 100 Liter war bereits am zweiten Abend weg. Daher an dieser Stelle noch einmal ein Riesenlob an unsere holden Weiblichkeiten - ohne Euch hätten wir jeden Tag einen dicken Kopf und leeren Magen gehabt ;-)
Das wir am Wochenende auch noch den Auftritt bei den Kaltenbroicher Trappern hatten, erschwerte die Logistik - immerhin musste auch noch unsere Anlage mit allen Instrumenten zusätzlich eingepackt werden. Aber wir haben ja viele große Transporter und Anhängerkupplungen und so war die eigentliche Frage lediglich "was wird wann eingepackt".
Zwei Tage vor der Abreise kam es dann noch zu der Katastrophe, auf die man eigentlich verzichten kann: ursprünglich war geplant, auf einen Campingplatz bei Marienheide zu fahren. Entgegen den Beteuerungen des Betreibers war die uns zur Verfügung gestellte Fläche viel zu klein, von Baggerspuren zerfurcht und hangabschüssig. Glück für uns, dass sich Rainer den Platz vorher noch einmal genau angeschaut hat aber jetzt war guter Rat teuer: woher kriegt man während der Fußball-WM für eine 60 Personen große Truppe einen Platz, der auch noch in der Nähe von Bergisch-Gladbach (für den Auftritt bei den Trappers) liegt. Doch das Glück ist mit die Doofen: nach vier Stunden intensiver Telefoniererei (aber das macht Kerstin ja gerne) stand fest: wir fahren nach Wiehl-Bielstein. Wie sich später herausstellte, war dieser Platz ein absoluter Glücksgriff - aber dazu kommen wir noch.
Dienstag abend: alles ist eingekauft, die meisten Sachen bereits verstaut, ich selbst habe - weil ich vormittags noch im überhitzten Auto gesessen habe - einen kleinen Hitzekoller und gehe besonders früh in's Bett (vorher Zähne putzen und Pippi machen habe ich natürlich nicht vergessen). Beim Einschlafen die üblichen Zweifel: klappt alles mit dem Camping-Platz, haben wir nichts vergessen und von allem genug?
Mittwoch morgen: eigentlich könnten wir ja jetzt schon fahren aber unsere Schulkinder kommen erst um 15 Uhr. Die restliche Zeit kriegen wir noch gerade eben rum und um 15 Uhr fahren wir schon mal den Wohnwagen ankoppeln und dann geht's endlich gegen 16 Uhr los nach Hückeswagen, wo wir uns mit dem Rest treffen und noch Grillfleisch kaufen. Um 16:45 setzt sich der Konvoi in Hückeswagen in Bewegung. Das nächste Mal fahren wir aber auch über die Autobahn; der Weg über die Dörfchen ist - besonders mit Wohnwagen - alles andere als entspannend. Egal: gegen 17:30 sind wir beim Campingplatz angekommen und positiv überrascht von den örtlichen Gegebenheiten: tolle, große Wiese mit genügend Stromanschlüssen, ein Bach direkt daneben zum abkühlen, saubere Sanitäranlagen und besonders freundliche und zuvorkommende Betreiber des Platzes - toll. Nicht zu fassen, wenn wir nach Marienheide gefahren wären...
Die Solinger sind schon da und bauen ihre Zelte auf; wir sind auch nicht faul und zu Beginn des WM-Spieles steht alles inklusive Fernseher und kleiner Tribüne für die fußballbegeisterte Meute. Viele - inklusive mir - sind müde vom Aufbau und der Fahrt - es geht schon gegen Mitternacht in's Bett. Dafür zaubern andere die Nacht durch.
Donnerstag morgen - so gegen 8 Uhr: ich wache auf, geweckt durch erste lautere Stimmen und ... Country-Music. Die kommt aber nicht von uns sondern vom Wohnwagen in unmittelbarer Nähe - also noch ein paar Country-Freunde. Aber jetzt erst mal einen Kaffee. Nach ein paar Broten und noch mehr Tassen Kaffee sowie einer heißen Dusche sieht die Welt schon wieder ... sehr hell aus. In der Nacht hatte es ein wenig geregnet und bis zum morgen durch gedonnert. Gegen 11 Uhr bricht die Sonne durch; das Bier in den zwei Kühlschränken ist auch endlich kühl geworden - ok, dann kommt jetzt das zweite Frühstück mit einem großen Schluck leckeres Nass. So wie ich haben auch andere gedacht und am Nachmittag merken wir, dass die 10 Kästen sich rapide dem Ende neigen; 100 Liter in ca. einem Tag - wenn wir diesen Schnitt halten, stellen wir einen neuen Rekord auf. Es ist aber auch verdammt heiß geworden. Das nahe gelegene Freibad scheint eher für Rentner vorgesehen zu sein - unsere lauten Jugendlichen werden leider schnell wieder rausgeschmissen. Aber wozu gibt's einen Bach? Gegen 17 Uhr werden die Grills angeschmissen und kiloweise Grillfleisch verschwindet in den hungrigen Mägen. Fehlt noch was? Ach ja, wir sind ja Musiker - zumindest Uwe und Martin sind vor Ort; der Rest folgt am Freitag. Also machen wir bis 22 Uhr Musik um dann von der Platzwärting zu hören, dass wir doch ruhig weiter spielen sollen - es sei so schön. Das haben wir auch noch nicht erlebt: normalerweise sorgt der Platzwart in Holland immer schnell für Ruhe und hier auf dem 5-Sterne-Campingplatz sollen wir weiter spielen. Ok, hängen wir noch ein weiteres Stündchen drann. Auch in dieser Nacht ist es vollkommen unterschiedlich, wer wann in's Bett wandert; ich schätze bei mir war es ca. kurz nach 1.
Der Freitag morgen beginnt wie der Tag vorher (Kaffeeeeeee) allerdings herscht operativer Aktionismus um die Bierreserven im nahe gelegenen Ort wieder aufzufüllen sowie die nächsten Rationen Futter einzukaufen. Nachmittags kommen Juany und Markus mit ihren Familien an. Einige machen Ausflüge in die Umgebung. Wieder andere setzen sich faul in den kühlen Fluss - das Wetter meint es in diesem Jahr sehr gut mit uns. Für den Abend war eigentlich kein Grillen geplant; die Mehrheit möchte aber wieder die Grill-Meister Rainer und Martin bei der Arbeit sehen und so werden die Schwenkgrills wieder aktiviert um beim anschließenden gemütlichen Besammensein mit Feuerholz bestückt zu werden. Selbstverständlich spielen wir auch an diesem Abend noch ein wenig - aber wir müssen unsere Stimmen für den Auftritt bei den Trappern schonen.
Der Samstag ist geprägt von den Vorbereitungen für den abendlichen Auftritt. Einige müssen auch schon abbauen, da private Verpflichtungen anstehen (alles faule Ausreden, wenn ihr mich fragt). Mittags gibt's zur Stärkung mal nichts vom Grill sondern Ravioli - habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen. Erste Ausfälle, bedingt durch die wirklich heiße Sonne, sind am Nachmittag zu bemerken: Sonnenstich und allgemeines Unwohlsein. Aber wir haben ja erfahrene Krankenschwestern dabei. Die Patienten sind nach wenigen Stunden wieder wohlauf.
Kurz vor 16 Uhr setzen wir uns in Bewegung in's ca. 25 Kilometer entfernte Kaltenbroich/Bergisch-Gladbach. Dort angekommen werden wir - wie immer - auf's freundlichste begrüßt. Kurz die Anlage aufbauen und dann konnte es um 18:30 auch schon los gehen. Irgend etwas hat man unserem Aushilfs-Drummer Andi in's Bier oder Essen getan - er spielte präzise wie immer; allerdings alles ein wenig zu schnell. Egal! In der zweiten Pause wurden unsere Musiker Markus und Uwe zum Trumm-Sägen angemeldet; eigentlich sollten die beiden noch zwei Party-Fässchen ergattern und lange Zeit sah es so aus, als ob es auch gelänge. Zuguterletzt hat es aber dann doch nicht gereicht und wir mussten den Auftritt leider ohne Zusatz-Stärkungstrank beenden. Wie immer gehört der Auftritt bei den Kaltenbroicher Country-Urviechern zu den Höhepunkten in der Reunion-Live-Saison und auch am Samstag abend durften wir erst nach einigen Zugaben den Platz verlassen. Nach dem Abbau ging's dann recht schnell wieder zurück zum Campingplatz und uns erwartete die zweite doch sehr kühle Nacht - die Nähe zum kalten Bach erwies sich in den Nachtstunden als fatal kalt. Im kommenden Jahr werden viele von uns doch eine zweite Decke mit nehmen.
Sonntag morgen - Abreisezeit: auch das schönste lange Wochenende geht einmal zu Ende und nach dem Frühstück war es so weit: einpacken und unter großem Hallo sich verabschieden. Die Remscheider Truppe blieb noch bis in die Nachmittagsstunden, stärkte sich im platzeigenen Restaurant (sehr zu empfehlen) und ging die Heimreise um ca. 15 Uhr an. Unsere Shoutbox (Gästebuch) zeigt, dass es nicht nur uns saugut gefallen hat.
Wie wäre es mit einer Nachfeier mit Dia- und Videoshow bei Familie Wentzeck
Egal: wir sammeln die Bilder von allen bei uns auf dem Server und erstellen danach CDs für alle Interessenten. Einfach Datenträger mit den eigenen Bildern bei einem Bandmitglied abgeben - wir kümmern uns um den Rest.
Gibt es eigentlich irgend jemanden, dem das Wochenende überhaupt nicht gefallen hat? Ach wenn's denn ginge, würden wir im kommenden Jahr für eine Woche fahren. Bielstein - wir kommen wieder!
Pullman Trophy 2005
07 Nov 2005 - Martin
Pullman-City II Trophy - so fühlen sich Gewinner
Nein, um es vorweg zu nehmen: wir sind nicht unter den ersten drei Bands gelandet, sondern auf dem (undankbaren) vierten Platz. Und selbst das war eine Entscheidung der Jury, die so mancher nicht nachvollziehen konnte. Auf jeden Fall war unser Tisch direkt nach dem Auftritt dicht umlagert mit Gratulanten und Veranstaltern, die im kommenden Jahr Auftritte mit uns machen wollen...
Aber ich sollte von vorne anfangen:
REUNION ist natürlich mit dem festen Sieges-Vorsatz zur Trophy gefahren und wir haben so intensiv wie lange nicht mehr geübt. Alleine die Musikauswahl war enorm schwierig - in dreißig Minuten soll man präsentieren, was die Band alles drauf hat. Ohne viel Gelaber zwischen den Songs kamen wir auf maximal 8 Lieder... und die haben wir bewusst etwas rockiger gewählt, da viele der anderen etablierten Pullman-Bands ebenfalls auf dieser Schiene gut fahren. Also war zwei mal in der Woche Probe angesagt und heraus kamen viele interessante Ansätze. Nahezu alle Lieder, die wir auf der Trophy gespielt haben, wurden geprüft und immer weiter optimiert.
Freitag, 4. November 12:45 Uhr
Feierabend in der Firma, schnell nach Hause, restliche Sachen in den Bus und auf zu Techniker Reiner, der seine zwei Kinder Domenic und Mandy mitnahm. Jetzt nur noch Damir und seine Frau Gisela einladen und schon haben wir ein Problem: die Plüschtranse (Martin's Ford Transit) ist zwar ein großes Auto aber Instrumente, plus Reisetaschen von acht Personen und drei Kisten Bier... passt nicht wirklich gut. Egal, auf nach Solingen zum Treffpunkt bei Uwe. Dort mit großem Hallo angekommen, will Uwe, der mit kompletter Familie und "Schwiegertochter in Spe" im Kombi verreist, eigentlich noch etwas in der Transe verstauen, lässt aber von diesem Vorhaben ab, als er in den bis in den letzten Winkel vollgestopften Kofferraum schaut. Markus' GTI ist eh schon so tief gelegt, dass er nur mit Mühe in den Solinger Uteweg einfahren konnte. Zudem meint er irgend etwas von "Teenie-Transporter" und "ausgelastet" - verübeln können wir es ihm nicht: er darf drei pubertierende Girlies (Mandy, Deliah und Sarah) mitnehmen und sich während der ganzen Fahrt die Schwuchtel-Band Tokyo-Hotel antun - begleitet von lautstarkem Gesang aus dem Fond des GTI. Wie oft er "den Monsun" gehört hat, kann er im Nachhinein nicht mehr sagen, wahrscheinlich hat er einfach seinen Geist vom Körper getrennt und seine körperliche Hülle fuhr Auto während sein Geist bereits im Saloon ein Bierchen trank.
Glücklicherweise fährt kurze Zeit später Bandfotograf Hans mit seiner Frau Nicole im Luxus-Pseudo-Geländewagen vor. Geplant war, dass die beiden ebenfalls mit der Transe fahren sollen - die damit bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen wäre. Angesichts der Tatsache, dass alle drei Fahrzeuge bis zum bersten gefüllt sind, entscheiden wir kurzfristig, dass Hans ebenfalls fährt und einen Teil der Ladung übernimmt.
15:20 Uhr - Alles ist verstaut, alle vier Fahrzeuge setzen sich in Bewegung - die A46 ist nicht weit entfernt. Alles läuft prima ... bis zum ersten Stau. Nicht umsonst wird die A46 der längste Parkplatz der Welt genannt und wir stehen mitten drin. Allerdings haben wir damit gerechnet (Freitag nachmittag - Feierabend-Verkehr) und jeder Stau - auch die späteren auf der A1 - hat ein Ende.
17 Uhr - Die führende Transe bekommt einen Anruf: in den nachfolgenden Autos kriegen die Damen fast Krämpfe ... beim nächsten Rasthof anhalten - Pinkelpause. Hans hat ein Navigationssystem im Auto - da die A7 bereits nahe ist und wir bei Göttingen von der Bahn ab "in die Pampa" müssen, beschließen wir, dass er ab sofort die Führung übernimmt.
Kurz nach 18 Uhr - Wir verlassen die A7 bei Göttingen-Nord und jetzt geht's ab auf die Landstraße. Damir und Reiner waren schon in PCII und meinen, dass es eine unendliche Gurkerei ist. Nach endlosen Kilometern über stockdunkle Landstraßen kann ich ihnen nur beipflichten. Dann endlich ein Schild: Hasselfelde... und der Schock: die Straße ist gesperrt. Na gut, dann kann Hans' Navi ja endlich mal beweisen, was es kann... Markus kann es besser und setzt sich mit dem GTI an die Spitze der Kolonne. Hans' Sorento ist ebenfalls gut motorisiert und so sehen die nachfolgenden beiden Fahrzeuge nach kurzer Zeit nur noch weit entfernte Rücklichter. Ich mache mir so langsam Gedanken: wir sind irgendwo im Niemandsland und die wenigen Orte zu denen wir Hinweisschilder finden, heißen "Sorge" und "Elend". Seit einiger Zeit ist uns weder ein Fahrzeug entgegen gekommen noch hat uns eines überholt - wobei letzteres beim mörderischen Tempo mit dem Martin die Transe durch die kurvigen Berge tritt auch kaum möglich ist. Endlich haben wir Markus und Hans eingeholt - das aber auch nur, weil Markus für ein Wildschwein scharf bremsen musste - von nun an hies er "der Schweinebremser" und wir alle sind traurig, weil wir nun kein Abendessen haben. Nach einigen weiteren Kilometern - wir haben vollkommen die Orientierung verloren und es kommt uns so vor als wären wir bereits in der Ukraine - endlich doch wieder ein Schild "Hasselfelde" und gleich darauf der Hinweis auf die Westernstadt.
20:10 Uhr - Wir sind endlich an der Rezeption, die freundlicherweise auf uns gewartet hat, und nehmen die Schlüssel für die drei Ferienhäuser entgegen. Ein paar Minuten später sind wir in den Häusern angelangt und sind erstaunt über die sehr gute Ausstattung und die behagliche Atmosphäre. Schnell ist geklärt, wer wo schläft. Also noch kurz die Fahrzeuge ausräumen, eine Flasche Bier nach der langen Fahrt und ab geht's in die Westernstadt und direkt in die Music-Hall. Die ist - zu unserem Erstaunen - prall gefüllt und wir haben Schwierigkeiten für unsere 18 Personen umfassende Gruppe überhaupt einen Tisch zu bekommen. Vor der Bühne finden wir doch endlich Platz und sind ein weiteres Mal erstaunt - diesmal über den guten Sound. Doch jetzt werden erst mal ein paar Pitcher geordert, später noch eine paar weitere - die Band "Mike Strauß & Pick Up" ist gegen Mitternacht fertig und wir nach ca. 10 Pitchern sind es ebenfalls. Etwas verwunderlich für den Laien ist es, dass im Ferienhaus weitere Flaschen Bier geöffnet werden - aber das ist dann doch bloß noch ein kleiner Schlummertrunk. Reiner's kleiner Domenic - vorab von uns natürlich schon mal in's Bett geschickt worden - ist bei unserem Eintreffen auch wieder hellwach und unterhält uns noch eine ganze Weile bis endlich gegen 3 Uhr morgens Ruhe eintritt.
Samstag, 5. November, 6 Uhr
Die Nachtruhe währt allerdings nicht lange - die Kinder inklusive Domenic sind bereits um 6 Uhr wieder wach und lassen keinen anderen mehr ruhig schlafen. Also schicken wir die Kids schon mal rüber in die Westernstadt, die zu dieser Zeit eher einer Geisterstadt gleicht.
10 Uhr - Wir frühstücken in der großen Gruppe. Überall in den Ferienhäusern um uns rum werden unsere Wettbewerber hektisch, proben noch mal und fangen gar an, das Programm umzustellen
11 Uhr - Gestärkt geht's rüber nach PC II um dort zu erfahren, dass wegen Saisonende kaum noch Geschäfte geöffnet haben und auch keine Parade mehr statt findet. Wir machen einen Gang über das Gelände und stellen uns vor, dass wir zu dieser kalten Jahreszeit im Fort hätten übernachten müssen... ohne Heizung, Strom usw. "brrrrr" och nee, dann doch lieber als Großstadtcowboys im gemütlichen Ferienhaus. Im Wildpark legt sich Markus mit einem Bison an - er hat es an diesem Wochenende mit den Tieren und Uwe traut sich nicht mal an die kleinen Babyziegen. Zurück in der Stadt kauft Tanja - ihres Zeichens Lebensgefährtin von Markus - noch ein Zaumzeug... sie bräuchte das für ihre Stute oder ihren Hengst und wolle heute noch reiten... aber sie hat doch nur ein Pferd und das ist zu Hause... Markus wirkt etwas unruhig und bestellt sich erst mal ein Bier. Darauf scheint der Rest der Musiker nur gewartet zu haben - endlich eine sinnvolle Beschäftigung: einseitiges Reißen. Wir halten es bis kurz vor zwei aus aber PC II gleicht noch immer einer Geisterstadt - kaum Besucher - da hätte man den Saisonabschluss doch vielleicht noch um eine Woche verlängern oder die Trophy um zwei Wochen vorverlegen können.
14 Uhr - Egal, dann halt wieder zurück in die Ferienhäuser - dort gibt's kaltes Bier und Martin hat das Video vom Auftritt in der Klosterkirche fertig.
16 Uhr - Juan ist angekommen. Er hatte noch kurzfristig einen Auftritt für Freitag nachmittag angenommen und ist jetzt mit seinem Pkw vorgefahren. Damit haben wir auf der Rückfahrt fünf Fahrzeuge - also mehr als genug um alles Gepäck auch wieder bequem unterzubringen
17 Uhr - Wir machen uns wieder auf in die Stadt und - oh Wunder - die Music-Hall ist voll... so voll, dass wir wieder Probleme haben, einen Platz zu finden. Viele Tische sind schon reserviert aber oben auf der Galerie ist dann doch noch ein Plätzchen frei. Wir ordern wieder einen Pitcher nach dem anderen und genießen die abwechslungsreiche Musik unserer Kollegen, die sich seit 15:30 Uhr abmühen. Die Music-Hall wird immer voller und wir auch. REUNION fällt mal wieder auf: bei bekannten Liedern singen wir lautstark mit, unterstützen Mandy beim Linedance mit Anfeuerungsrufen und sind die größte Gruppe beim Bullriding: unter großem Hallo steigen wir Musiker (Martin und Damir halten sich diesmal zurück) und unser Anhang auf den elektrischen Bullen und werden nach wenigen Runden wieder abgeworfen. Reiterin Tanja ist auch dabei, steigt aber nach nur einer Runde kopfüber wieder ab - vielleicht hat sie ja später in der Nacht mehr Glück. - 23 Uhr - Die Augen von Uwe stehen auf "halb-acht" - er verabschiedet sich. Damir, Reiner und Martin halten es noch kurze Zeit länger aus aber die zwei letzten Bands des Abends erleben auch sie nicht mehr. Immerhin haben wir an diesem Abend alle drei Gewinnerbands der Trophy "B5", "Mike Strauß & Pick Up" sowie "Crab-Shack" gehört.
Sonntag, 6. November, 10 Uhr
Die Kinder haben still gehalten, wir haben alle lange schlafen können, heute ist der Tag des Auftritts. Wir unterhalten uns beim Frühstück noch mal über die gestrigen Bands und sind uns sicher, dass wir unter die ersten Drei kommen. Doch zunächst ist aufräumen angesagt - eigentlich müssten die Häuser bis 10 Uhr ja bereits geräumt sein aber da die Saison vorüber ist und die Rezeption uns arme Musiker ja gerne unterstützt, dürfen wir noch ein wenig länger bleiben. Allmählich macht sich doch etwas Nervosität unter uns breit. Für uns Musiker, die wir schon seit über 20 Jahren auf den Bühnen unterwegs sind, ein eher ungewöhnliches Zeichen. Jeder schrammelt noch mal etwas auf den Instrumenten rum.
14 Uhr - Martin und Reiner fahren mit der Transe und den Instrumenten rüber zum Backstage-Bereich und laden dort alles aus; der Rest der Band kommt zu Fuss hinterher. Von der Technik kommt grünes Licht - wir dürfen unsere mitgebrachten Sendeanlagen verwenden. Etwas verwundert sind wir doch - warum hat keine andere Band Gebrauch davon gemacht? Für eine gute Show sind die Headsets und Gitarren-Sendeanlagen unerlässlich Sind wir zu fortschrittlich? Die Band, die gerade spielt, hören wir kaum, jeder ist konzentriert. Immerhin realisieren wir noch, dass die Music-Hall auch heute noch immer recht gut gefüllt ist. Endlich haben die "Blue Mountain Boys" den letzten Ton gespielt; wir streben zum Backstage-Bereich, schnappen unsere Instrumente und fangen an, auf der Bühne aufzubauen. Uwe steht im T-Shirt da; dabei haben wir doch die Auftrittshemden ausgemacht. Sekunden später steht er mit nacktem Oberkörper da. Er sieht etwas verwirrt aus. Markus weiß nicht mehr, wie er Gitarre, Sender und Effektgerät miteinander verkabelt. An dieser Stelle noch mal ein fettes Lob an die tollen Techniker - jederzeit hilfsbereit und technisch überaus versiert. Der Soundcheck dauert nur kurze 10 Minuten, dann ist alles eingestellt. Hätte aber auch nicht mehr viel länger dauern dürfen die Zeit des Auftritts ist da.
15:35 Uhr - Draußen hören wir unsere Ansage, wir wünschen uns noch kurz Glück und nehmen Aufstellung. Der Vorhang geht auf und alle Nervosität ist vergessen. Das haben wir geprobt und die Lieder haben wir zum Teil seit Jahren im Programm. Martin flippt wie üblich über die Bühne und der Rest der Band kommt ebenfalls aus der Bewegungsstarre und geht in das Gegenteil über. Jeder bewegt sich... Kinders, das ist ja Show, was wir hier oben machen - so etwas hat Pullman, das ganze Wochenende über nicht gesehen. Dann ist das erste Lied zu Ende und tosender Applaus bricht los. Wir geben weiter Gas. In der Mitte des Programms haben wir ein langsames Stück eingebaut: "If tomorow never comes". Uwe hat Wunderkerzen mitgebracht, die unsere Mädels kurz vorher in der Music-Hall verteilt haben. Auf einmal ist die Halle erhellt vom Licht von 'zig Wunderkerzen - ein Anblick, den wir auf der Bühne so schnell nicht vergessen werden - Uwe meinte später, er hätte fast seinen Text vergessen und Martin ist froh, dass er gerade nicht singen muss - ein dicker Kloß vor Rührung sitzt im Hals. Mit "Sold" folgt nun das genaue Gegenteil: schnell und viel Drive; Martin unternimmt einen Ausflug in's Publikum und kommt auf der steilen Treppe der Bühne fast in's straucheln. Anschließend noch eine Kletterpartie auf Damir's Bassdrum. Noch immer ist der Applaus laut - oder ist er sogar lauter geworden? Mit "Sweet Home Alabama" beenden wir unser Set; noch eine kurze Verbeugung, der Vorhang schließt sich. Wir haben es geschafft! Auf einmal sind Uwe's Söhne Kai und Maik sowie Markus' Tanja da - alle liegen sich in den Armen, alle Anspannung ist abgefallen. Tanja bittet ganz schnell um Autogrammkarten, da bereits einige Veranstalter an unseren Tisch vor der Bühne gekommen sind. Wir bauen schnell ab und setzen uns wieder in die Music-Hall. Die Anspannung wieder da - auf welchem Platz sind wir gelandet? Erstaunlich schnell ist die Jury zu einem Ergebnis gekommen. Die Spannung wächst in's Unermessliche und der Moderator hat Erbarmen. Erst die Solisten und dann endlich die Bands: Dritter Platz für "B5" aus den Niederlanden, zweiter Platz für "Mike Strauß & Pick Up" und - wir halten es kaum noch aus - erster Platz für ... "Crab-Shack". Allen steht ein wenig Ungläubigkeit im Gesicht. Was hat die Jury bewertet? Maik sprintet los, um unsere Platzierung zu erfahren und erfährt, dass wir auf dem vierten Platz sind, mit 10 Punkten hinter B5 und die Jury hätte es nicht leicht gehabt. Erst nach einigen Minuten haben wir das verdaut. Mandy und Deliah weinen - und wir sind mehr als gerührt von so viel Anteilnahme. Von Gaby - Frontfrau von Crab Shack kommt ein Glückwunsch und wir geben unsere Glückwünsche zum ersten Platz natürlich zurück. Uwe und Damir werden vom Geschäftsführer von Pullman 2 (oder war's der von 1) angesprochen - der Auftritt in der Music-Hall im nächsten Jahr ist sicher. Reiner hört, wie jemand beim nächsten Mal ein Schild mit "Pseudo-Jury" vor die Mitglieder stellen möchte. Hierzu möchten wir jedoch eines anmerken: sicherlich ist die Entscheidung der Jury nicht für jeden nachvollziehbar aber wir wissen, dass in so eine Entscheidung sehr viele Kriterien einfließen und hoffen, dass das Ergebnis hoffentlich wertneutral gefällt wurde. Solche Entscheidungen sind nun mal subjektiv, personenabhängig. Vielleicht lag's an der Liedauswahl, vielleicht daran, dass wir zu wenige Linedance-Titel im Programm hatten, vielleicht hat auch irgend jemand im Verlauf des Wochenendes ein Jury-Mitglied böse angeschaut - da wir während der ganzen Zeit in Reunion-Textilien rum liefen, war die Zuordnung zur Band ja recht einfach. Egal, wir haben es nicht ganz geschafft aber Spaß hatten wir garantiert wie keine andere Band des Wochenendes. Wobei auch der Gedanke aufkam, dass die Einladung nach Pullman-City im kommenden Jahr auch als Ankurbelung des Umsatzes verstanden werden kann - Reunion hat mit seinen 19 Personen einen nicht unerheblichen Umsatz dieses Wochenendes in Pullmans Kassen gespült - bei dem Gedanken an die 15 Pitcher vom Samstag Abend kriege ich ja jetzt noch Kopfweh.
Kurz vor 18 Uhr - die Music-Hall leert sich und wir müssen langsam wieder 'gen Heimat aufbrechen. Noch kurz in Hasselfelde auftanken und wieder ab auf die dunklen und ewig langen Landstraßen. Ein kurzer Stau zwingt uns zwar noch zu einem Zwischenstop, der uns gute zwanzig Minuten Verspätung einbringt aber als wir die Autobahn erreichen, können wir die Fahrzeuge endlich mit "angemessenem Tempo - Markus GTI sehen wir nur noch kurz an uns vorbei preschen - in heimatliche Gefilde lenken.
Pullman City - das war nicht das letzte Mal - wir sehen uns wieder... garantiert!
Country-Messe Kassel 2003
05 Nov 2003 - Uwe
Warnung: die folgenden Zeilen nicht immer so ernst nehmen!
von Peter "Willi" Wilms (Bass):
Die Tage vor der Messe waren für mich sehr angespannt. Die innere Aufregung in meinem Luxuskörper steigerte sich von Tag zu Tag. Ich bemerkte das daran, dass ich trotz meines Urlaubes Nachts schlafwandelte und nicht in Ruhe ausschlafen konnte. Na gut, aber irgendwie kam der Tag X immer näher.
Es war Mittwoch vor der Messe und ich hatte mich bereit erklärt, mit Nicole - der Frau des Bandfotografen Hans Fritsch - zusammen, die nötigen Lebensmittel einzukaufen. Martin hatte dazu eine Messe-Checkliste erstellt, wo die wichtigsten Dinge aufgeführt waren. Leider hat er die Mengenangaben vergessen. Also haben wir in der Metro die Mengen selbst bestimmt. Nach kurzer Zeit brach unser kleiner Einkaufswagen unter der Last der Lebensmittel zusammen. Wir durften nochmals alles neu aufladen und die Ware dann sicherheitshalber auf vier Wagen verteilen. Zum Glück verstand es Nicole alle vier Einkaufswagen gleichzeitig zu schieben und zu beladen. Ich musste Ihr ja ansagen was wir benötigen.
So wie ich die Band kenne, hätten 20 Kisten Warsteiner und was zum Knabbern ausgereicht, aber der Scheff hat ja immer Sonderwünsche wie zum Beispiel Tee.
Gegen 23.47 Uhr hatte sich das mit dem Einkaufen endlich erledigt und ich durfte anschließend die Lebensmittel zum Proberaum befördern und eingelagern.
Nun aber zum eigentlichen Messestart:
Es war Freitag morgen, ca. 7.48 Uhr, und ich befand mich in meinem roten Luxus-Kleinwagen auf dem Weg von Remscheid nach Solingen. Wegen des zu befürchteten Berufsverkehrs auf der B 224, entschied ich mich dazu, eine andere Strecke zum Proberaum zu fahren. Da ich um diese Uhrzeit normalerweise längst meinen Arbeitsplatz erreicht habe, dachte ich im Traum nicht daran von geldgierigen Bediensteten der Stadt Remscheid in der Zone 30 geblitzt zu werden. Aber wenn schon dann richtig: die Zeit drängte, die Bahn war frei und der Willi fuhr sehr schnell. Sobald ich das Foto bekomme, stelle ich es gerne als abschreckendes Beispiel zur Verfügung.
Endlich im Proberaum angelangt, haben wir uns alle freundlichst begrüßt und festgestellt, dass wir alle eine leichte Erkältung mit herumschleppen. Nun mussten nur noch der Messestand samt Zubehör, die Instrumente, die Lebensmittel und das Gepäck in unserem Nightliner (ein Luxusbandbus) verstaut werden.
Nach ungefähr drei Stunden Anreise waren wir froh unser Hotel erreicht zu haben. Leider konnten wir unsere Zimmer nicht nutzen, da die Raumkosmetikerin diese noch belegte. Also entschieden wir uns, zum Messegelände zu fahren. Dort angelangt haben uns die Messeverantwortlichen zum Zeichen ihrer Verbundenheit zur Band rote "Wolle-Petry" Freundschaftsbändchen geschenkt. Wir fühlten uns gleich wie in einer großen Familie. Der Stand war schnell aufgebaut und dekoriert und wir hatte noch ausreichend Zeit um vor dem Messebeginn im Hotel einzuchecken.
Die Zeit für den ersten Gig nahte. Da wir die erste Band an diesem Tag auf der Bühne waren, durften wir uns dort in Ruhe vorbereiten. Allerdings befürchteten wir Schlimmes als wir feststellen mussten, dass in der großen Messehalle auf drei Bühnen gleichzeitig musiziert werden sollte.
Endlich war es 18.00 Uhr und los ging es mit REUNION auf Bühne 3. Der Sound war so schlecht, dass wir die Band von Bühne 4 besser hörten als unsere eigene Musik. Irgendwie haben wir es trotzdem geschafft unser Programm zu präsentieren.
Nun begann für uns die eigentliche Messe: erst Mal ein gekühltes Bier zischen und den Frust vom Gig schnell vergessen lassen.
Irgendwann bemerkten wir etwas äußerst ungewöhnliches auf unserem Messestand:
Pille (Sänger Martin) schien sich mit einem weiblichen Individuum näher beschäftigen zu wollen. Auf den Schock haben wir - außer Pille natürlich - nochmals eine Flasche von dem gekühlten Gerstensaft getrunken. Zwischenzeitlich schauten wir auch bei anderen Bands und Bühnen vorbei. Speziell Uwe wollte sich den Gig von Elena Ley anhören und vor allem ansehen. Da Markus und ich nichts Besseres vorhatten, begleiteten wir ihn dorthin. Oder wollten wir nur auf Uwe aufpassen?
Apropos Begleiten: Natürlich darf ich unseren Bandfotografen Hans und seine Frau Nicole nicht vergessen, die während der Messe REUNION in allen Belangen freundlichst zu unterstützten wussten.
Hans, Markus, Uwe und ich hörten gespannt (oder eher sabbernd) Elena's musikalischen Sangeskünsten zu. Uwe verstand es mit seinem ausgesprochenen Solinger Charme Elena eine unserer süßen Merchandising Plüschkühe "Bettie" zu überreichen. Selbstverständlich hat Hans während des gesamten Gigs von Elena zahlreiche Fotos geschossen. Wir durften uns sogar mit der faszinierenden Sängerin ablichten lassen.
Wieder auf dem REUNION–Stand zurück, beschäftigte Pille sich immer noch mit Kerstin. Also noch'n kühles Blondes trinken. Es schien sich zwischen den Beiden wirklich etwas zu entwickeln.
Aus irgendeinen Grund habe ich mir unseren Nachbarstand mal was näher angeschaut. Neben Country CDs boten die freundlichen Herrschaften dort auch einen Kräuterlikör namens BULLENSCHLUCK an. Da es die Likörpröbchen gratis gab, sträubte sich keiner von uns einen kräftigen Bullen zu schlucken. Daraufhin entwickelte sich über die gesamte Messezeit ein freundschaftliches, nachbarschaftliches Verhältnis. Wir versorgten den Bullenschluck–Stand mit Flaschenbier und sie sorgten bei uns für einen aufgeräumten Magen. Irgendwann klang der Tag dann aus und wir verteilten uns mit neun Leuten auf die drei Hotelzimmer. Schon jetzt wurde deutlich: der Scheff hat uns in eine regelrechte Luxusherberge untergebracht.
Der folgende Tag bestätigte unsere Meinung vom Hotel. In einen großzügig gestalteten Speiseraum empfing uns ein umfangreiches Frühstücksbuffet welches seinesgleichen in hiesigen Herbergen sucht. Angefangen von verschiedenen Kaffee- und Teesorten bis zu einer Saftbar mit frisch gepresstem Orangensaft. Oder von Rühr- bzw. Spiegelei mit Speck, internationalen Wurst- und Käsespezialitäten bis hin zu delikaten Frühstückskonfitüren. Selbstverständlich war die Brot- und Brötchenauswahl auch sehr umfangreich. Eine weitere Aufzählung würde aber den Speicher meiner Festplatte sprengen.
Nun warteten wir vor den Messehallen darauf, dass man bereit war die Pforten zu öffnen. Noch voller Hoffnung an diesem Tage zwei Gigs präsentieren zu dürfen, bereiteten wir unseren Messe-Stand für die Besucher vor. Die Gerüchteküche kochte mittlerweile aber schon über, weil es hieß, die Auftrittszeiten hätten sich geändert. Pille hat sich dies vorsorglich beim Veranstalter bestätigen lassen. Statt der vereinbarten zwei Gigs, wobei der eine auf der Hauptbühne geplant war, bekamen wir nur einen Gig um 20.00 Uhr auf Bühne fünf zugesprochen. Erstmal machte sich Enttäuschung breit, in erster Linie wegen unser vor kurzen aufgestellten Super-Vereinbarung. Die da lautet:
KEIN ALKOHOL VOR BZW. WÄHREND EINES AUFTRITTS VON REUNION.
Habt ihr schon mal im Hintergrund einen mit Bier gefüllten Kühlschrank gehabt und durftet davor fast 12 Stunden ausharren und nur Softdrinks zu Euch nehmen?
Wir schon. Uwe, Damir, Markus und meiner einer wurden nur bei dem Versuch ein Bier anzuschauen mit harten Worten vom Scheff getadelt. Natürlich hatten wir den Vorteil, dass Martin mehr mit seiner Kerstin beschäftigt war, als aufzupassen wer von der Band nun Alkohol trinkt…
Doch es geschah auch Positives: Cisco von Truck-Stop schaute bei uns am Messestand vorbei und ließ sich mit REUNION von Hans fotografieren.
Markus, Damir, Uwe und ich waren anschließend von dem Messestress sehr müde geworden. Zum Glück erlaubte uns der Scheff unsere Luxus-Hotelsuiten aufzusuchen, um uns für den Gig am Abend ausruhen zu können. Irgendwie ist Markus dann aber in einen Tiefschlaf gefallen und es gelang uns nicht, ihn zu wecken. Was sollten wir nur Martin erzählen? Es waren nur noch 37 Minuten bis zum Gig. Mir fiel ein, dass ich noch etwas Bullenschluck bevorratet hatte. Also gaben wir Markus was vom Bullen zum Schlucken, in der Hoffnung Ihn damit wecken zu können. Wie durch ein Wunder stand er kurze Zeit später im kompletten Country-Outfit im Hotelzimmer bereit. Wir erreichten noch rechtzeitig die Bühne und sollten einen super Auftritt hinlegen. Die Rahmenbedingungen hatten sich auch verbessert, da entweder die Nebenbühnen oder die Hauptbühne belegt waren. Ich sage nur eins: Der Gig und die Stimmung waren allererste Sahne. Anschließend erfolgte wieder das gewohnte Szenario: Abfeiern bis es hell wird, ab ins Hotel auf den Zimmern sortieren, was am zweiten Tag doch einfacher fiel und versuchen Bubu zu machen.
Am folgenden Tag, er nennt sich "Sonn", wieder das übliche Bild: In Ruhe ausgiebig breakfasten und ab zur Messe. Diesmal sollte unser Gig um 11.00 Uhr stattfinden, nach einer kurzen Nacht nicht so einfach. Aber auch das haben wir prima hinbekommen.
Im Anschluss feierten wir noch die erfolgreichen Messetage auf unserem Stand, wobei noch zahlreiche Kontakte mit Veranstaltern und Musikern geknüpft wurden.
Nochmals vielen Dank an Alle, die uns an den erfolgreichen drei Tagen unterstützt und geholfen haben. Speziell an Nicole und Hans.
Uwe - der Tastateur Wanzette Wentzeck:
An ganz früh morgens kann ich mich nicht erinnern (ist nicht meine Zeit). Irgendwann registriere ich mich zwischen Markus, Damir und einem riesigen Lkw ... plötzliche Panik macht sich breit! Markus feuert den Sprinter in einer derart affenartigen Geschwindigkeit durch eine Baustelle, das mir einfach die Luft wegbleibt. Ich würde mir zwischen dieser Leitplanke und dem 40-Tonner schon mit Hansis Smart in die Hose sch... !
Ein Blick in den Rückspiegel verrät mir an Pilles mächtig geweiteten Augen, (wie bei einem Klobesuch mit zünftiger Verstopfung) , das es ihm nicht wesentlich besser ergeht. Dennoch peitscht er die Transe durch den Engpass und schafft es dran zu bleiben!
Nach fast drei Stunden und 44 Rauchpausen, ( Hans hatte in Martins "neuem" Auto keine Nikotin-Genehmigung) erreichen wir kurz vor Kassel einen Starenkasten an dem Markus das erste Mal vom Gas geht. Er erinnert sich an den Blitzer weil er vor 10 Jahren dort einmal fotografiert wurde. (wahrscheinlich in einem Fiat Ducato mit 244 km/h!!!)
Auf der Messe angekommen - allgemeine Begeisterung über die tollen Anfahrts- und Aufbaubedingungen. Keine weiten Wege, unser Areal astrein markiert, Strom vorhanden und den Bullenschluck-Fuselstand direkt nebenan! Countryherz was willst Du mehr?
Endgeil wäre dann noch ein fähiger Techniker beim ersten Gig gewesen - aber man kann ja nicht alles haben! Sind aber auch verdammt viele Knöpfe an so 'nem Mischpult. Die Kombination mit zwei störrischen DI-Boxen kann selbst den versiertesten Fachmann schon mal stressen. Leider hatten wir mit diesem tontechnischen Nichtschwimmer zweimal das Vergnügen - ein Teufelskreis!
Der Herr an Bühne 5 dagegen - super! Cool und alles im Griff. Kompliment! Im Gegensatz zu unserem nicht immer perfekten Sound auf der Bühne 3 war unser Messestand der Hit. Die Kombination aus professionellem Equipment (danke HAZET), geschmackvoll ausgestelltem Bildmaterial (danke Hans), ständig anwesenden schönen Frauen, (danke Adrien, Kerstin, Maike und Steffi u.a.) dem perfekt organisierten Catering und der bis in die Nacht andauernden tollen Stimmung unter allen Beteiligten hob den REUNION-Stand angenehm von vielen anderen Messeständen ab. Wir hatten leider keinen Nightliner wie Gabriel oder Astor zur Verfügung, aber wir waren da - und zwar alle!
Der absolute Clou unseres Standes war allerdings etwas das sonst niemand hatte. Jemanden der morgens um acht Uhr schon herzerwärmend lächelt und Nachts um eins noch nichts von seinem Charme verloren hat. Jemanden der sich mit einer Engelsgeduld um unsere Küche, die Gäste und auch unsere Belange kümmerte - klaglos - rund um die Uhr! Danke Nicole (psst: im Fotoalbum gibt's ein tolles Foto von Nicole)!
Überhaupt ist die Zusammenkunft mit Fritschens ein wahnsinniges Glück für REUNION. Ohne das Engagement dieser beiden Geduldsmenschen hätten wir viel Werbung heute - und viele schöne Erinnerungen später weniger.
Als Ergebnis dieser Messe stellt der Uwe fest - geil. Ich habe vergangenes Jahr die richtige Entscheidung getroffen und es noch keine Minute bereut.
Wenn man es schafft, drei zum Teil stressige Tage, mit so einer großen Besatzung auf engstem Raum völlig ohne Meinungsverschiedenheiten, Diskussionen oder Nörgeleien zu meistern, ist das schon 'ne kultige Sache. Ich habe selten am Stück so viel gelacht und mich wirklich sauwohl gefühlt. Auch das nähere kennenlernen unserer Fans, der Kontakt mit anderen Gruppen und die Freundschaft zu den Bullenschlucker-Mädels ließ das Wochenende zum Erlebnis werden.
Wenn im nächsten Jahr alle Bandmitglieder die Fanbetreuung dann auch so ernst nehmen wie unser Martin, könnten wir einen Award gewinnen. (Vielleicht den Oberschenkelstreichelaward?)
Duisburger Deseaster
27 Jul 2003 - Uwe
Solingen, 27. Juli 2003
Liebes Tagebuch,
nach circa zwanzig Auftritten mit REUNION sitze ich jetzt hier, nach einem leckeren Frühstück, bei meiner siebten Tasse Kaffe und denke über meine Country-Karriere nach:
Vor etwa 15 Monaten, rein zufällig, als Tanzmucker mit einem Faible für Countrymusik, stieß ich auf Herrn Wilcke und seine Mannen. Frustriert nach der Trennung von meinem langjährigen Freund und Schlagzeuger Mike, gefiel mir der Gedanke, mal nicht als Bandleader für alles verantwortlich zu sein, sondern einfach mit meinem Instrument anzureisen, zu spielen, mit den Jungs Spaß zu haben und alles Organisatorische auf den doofen Cheffe abzuwälzen. (Funktioniert bis auf Kleinigkeiten bis jetzt wunderbar!)
Nach einigen Proben in Martins Wohnzimmer und dem Antesten eines sehr begabten, jedoch auch sehr exzentrischen Gitarristen (hallo Christian von und zu...?), gruppierte sich schließlich und endlich mit Markus eine brauchbare, annähernd auftrittsfähige Band. Nach dem GZSZ-Motto hatten wir schöne wie auch weniger schöne Erlebnisse auf der Bühne, wobei die guten Konzerte bei weitem überwiegen. Ich denke da an das Gasthaus Florian, den Linedance-Club Maverick, das Tennenfest in Menden oder den traumhaften Gig bei den Countryfreunden EN in Schwelm. Das waren Knaller und man weiß wofür man seine mehr oder weniger unzureichende Ausbildung zum Hobbymusiker durchgestanden hat.
Dann gibt es solche Veranstaltungen mit der Bewertung O.K., bei denen man ein nicht Country-sachverständiges Publikum belustigt, (oder belästigt) ein paar wohlgesonnene Livmusikliebhaber zum Klatschen oder sogar Tanzen bewegt und das ganze durch gute Stimmung in der Band und ein oder zwei Bierchen erträglich macht. Und dann gibt es solche SZ-Auftritte (SZ = schlechte Zeiten) wie gestern Abend in Duisburg. Dieses fantastische Erlebnis ist es einfach Wert, genauer ausgeleuchtet und unseren treuen Homepagelesern übermittelt zu werden:
Samstag, 26. Juli 2003, 13.30 Uhr:
Treffen am Proberaum – etwas stimmt nicht! Die Uhr zeigt nach halb zwei und Martin ist noch nicht da! Markus und mich beschleicht lähmende Angst! Müssen wir Cheffes unförmige und tonnenschwere Klötze* wirklich allein einladen? (*Klötze nennen wir unsere niegelnagelneue Klotz-Übertragungsanlage die Martin, kaum gebraucht, vom Urururururururururururenkel eines römischen Kaisers erworben hat. Böse Zungen behaupten, Nero hätte damit um Christi Geburt Gladiatorenkämpfe eröffnet)
Aber nein, um 13.42 Uhr fährt ein schneeweißes Gefährt auf den Parkplatz unseres Proberaumes – Die neue Plüschtranse* unseres Vorsitzenden. (*Ein Transit mit Veloursitzen) Fast so neu und genauso eckig wie unsere Klotzboxen – ein Teufelskreis! Neu an diesem Tag sind auch Willis Rübezahl-Pömps (Stiefel Größe 49!!!), zwei Monitorboxen, das Yamaha Schlagzeug und Damirs Schwuchtelhemdchen aus der Damenabteilung bei Urban. Alles das hätte uns schon stutzig machen müssen.
Da wir uns aber am Vorabend, bei Damir und Giselas gelungener Grillparty, alle die Hirn-Festplatte formatiert haben, merken wir erst Mal nix.
Also frohen Mutes, angereichert mit Restalkohol und Aspirin, auf ins Mekka des Ruhrgebietes ... Duisburg. (War da nicht mal was mit Duisburg? Montana-Ranch?)
Angekommen und schon nach 90 Minuten die Bühne gefunden, war die Stimmung prächtig! Ausladen und Aufbauen klappt reibungslos, der Veranstalter ist nett und bringt Freibier-Marken, unser Fotograf Hans macht die ersten Actionfotos von unseren Hintern beim Verkabeln und seine Frau Nicole serviert Nusskuchen. Alles perfekt – bis jetzt.
Soundsch(r)eck
Irgendwie klingt die Bassdrum nicht wie sonst.
Irgendwie klingt die Bassdrum schlecht.
Irgendwie klingt die Bassdrum als ob ein Schaf in ´nen Blecheimer köttelt.
Nach ca.60 Minuten Bumm Bumm, dem Verdrehen aller Regler, dem Neustimmen der Trommeln und der Massenflucht genervter Gäste wird der Fehler lokalisiert: Martin hat den Kampf mit den Kabeln verloren. Er jagt die tiefen Töne aus dem Tweeter der Topteile, aus dem doch normalerweise nur Markus Glockenstimmchen ins Publikum schallt! Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, umgesteckt und man höre und staune – klingt immer noch Scheiße. Hat sich dann auch im Laufe des Abends nichts mehr dran geändert.
Das könnte aber auch an der Spannungsversorgung liegen, die uns vom Veranstalter zur Verfügung gestellt wird. Schätzungsweise 182 Volt waren nach 14 zusammengesteckten Obi-Kabeltrommeln noch übrig. Zu wenig für die hochempfindlichen Digitech-Effekte unserer Gitarristen. Es brummte und krachte harmonisch zu dem dezenten Bass aus den kleiderschrankgroßen Boxen des Autoscooters in 15 Metern Entfernung.
Überhaupt war die Action an und um unsere "Showbühne Nr.1" ein Genuss: Das Gemisch von Pommesgeruch aus der Frittenbude, die lieblichen Stimmen der Kirmesfuzzis, das rückkoplungsähnliche Pfeiffen der Hydraulik der Schiffschaukel sowie 22 mal "Aisha" können einen inspirieren – zu einem zünftigen Amoklauf!
Nichts desto trotz – jetz wird gefetzt
Irgenwie klingt Martin's Gitarre nicht so wie sonst. Sie klingt gar nicht. Sie brummt nur noch. Problem: Fotograf Hans hat sein Blitzlicht zum Aufladen bei uns eingesteckt. Nur noch 179 Volt – Fatal aber egal, weitermachen. Martin bastelt - verständlicherweise etwas gestresst und spontan wie er nun mal ist - einige Stücke vom Ablauf her um und bringt ganz neue Endings. Supermartin! Schmach über uns unflexibele Dilletanten die Dir nicht folgen können.
Dann kommt der Veranstalter und beschwert sich, das er uns auf der anderen Rheinseite, also in ca. zweieinhalb Kilometern Entfernung nichts mehr hören kann. Schande über unsere, sich redlich mühende Klotz. Sie gibt Ihr Bestes. Willi beschwert sich, sein Mikro sei zu leise. Man kann seine Ansagen nicht hören. Das ist peinlich, meint er. Alle schauen sich an. Alle grübeln. Aber keiner macht sein Mikro lauter. Weil – peinlicher ist es, wenn man seine Ansagen hören kann. ;-)
Damir spielt wie ein Uhrwerk und sieht in seinem neuen Hemdchen zum Anbeißen aus!
Marcus Gesicht versteinert sich angesichts der Technik-probleme zusehends – gott-sei-dank grinsend! Er bewegt sich noch weniger als sonst!!!
Hans fotografiert erbarmungslos. Ich selbst spiele mehr an den Knöpfen des Mischpultes als auf den Tasten meiner Instrumente und stelle frustriert fest – ich kann beides nicht!
Egal, weitermachen
Pünktlich zum Feuerwerk beginnt der große Regen. Glücklich kann sich da unser Markus schätzen der mit seinem weißen Kunststoffstetson (Ossis würden Plastekappe sagen) gegen alle Wasser gefeit ist. Alles andere, auch unsere treuen Fans, werden gnadenlos nass.
Eigentlich, so sollte man meinen, können wir uns im sicheren Unterstand unserer Showbühne, über die bis auf die Unterhose durchnässten Zuhörer amüsieren... Eigentlich! Zu Beginn unseres zweiten Sets, gegen 23 Uhr beginnen die ersten Wassereinbrüche an der Bühnenwand. Kein Problem, in dieser Ecke stehen nur die Keyboards, die Endstufen und einige Elektroverteiler. Diesen unwichtigen Kram halbwegs in Sicherheit gebracht, geht's unerschrocken weiter. Die Hohlräume einer Monitorbox und Markus' Pedalsteel laufen bedrohlich voll Flüssigkeit. Diesmal kein Bier! Wir geben nicht auf! Und immer wieder neue Ideen unseres Leaders was die Abläufe der Songs und Ihrer Endigs betrifft. Geil!
Und dann? Die Technik gibt auf.
Plötzlich, während unseres Bravourstückes "Rockabilly Rebell" und dem exessiven Tanzes einer jungen Dame mit nassgeregnetem T-Shirt, (lechz) nimmt uns das Wasser die übriggebliebenen 121 Volt und wir stehen im Dunkeln.
Nach einigen Versuchen die Anlage wieder zu starten, geben wir und der Veranstalter die Bemühungen auf und streichen die Segel. Schade, war gerade so schön... das mit dem T-Shirt.
Das Abbauen und Einladen geht trotz den randvoll gefüllten Instrumentenkoffern (intelligenterweise unter der Bühne in einem Bachlauf platziert) und der mittlerweile völlig aufgeweichten Wiese recht zügig. Danke an Hans für die Hilfe!
Der Veranstalter zahlt, wenn auch nicht ganz freiwillig, (Martin drohte wohl mit Willi) die volle Gage und wir können zufrieden heimfahren. Ende.
Resümee:
Tja liebes Tagebuch, liebe Leser und Fans - 14 Stunden unterwegs, nasse, vielleicht ruinierte Garderobe, nasse, vielleicht ruinierte Technik, ca. 55 Minuten effektive Spielzeit – auch das kann der Alltag einer Countryband sein.
Und trotzdem, wir werden schon bei der kommenden Probe darüber lachen und uns auf den nächsten Gig und natürlich Euch freuen – ob GZ oder SZ.
Bis dahin - Uwe
Studiotagebuch CD "Bettie says Mooh"
01 Jan 2003 - Markus
Vorwort
...und auch wenn die Fans uns schlachten - wir können und dürfen keine Soundbeispiele dieser CD öffentlich anbieten - sonst bekommen wir Ärger mit der GEMA. Nur so viel: pro angebotenem Song (auch Ausschnitten) fordert die GEMA 25 Euro/Monat ein. Bei 8 Songs und 12 Monaten sind dies 2400 Euro zzgl. Märchensteuer!
Schluss mit Ernst, jetzt wird's lustig:
Meine (ersten) Studioerlebnisse und so... (ein Aufsatz von Willi Wilms, 2te Klasse)
Erstmal habe ich Tim und Uli begrüsst, wir haben uns das letzte Mal vor ca. 12 Jahren gesehen, trotzdem haben wir uns wiedererkannt. (Alter Egoist - uns hat Tim mit Küsschen begrüsst).
Am ersten Tag hat mich der Magendarm Virus erwischt (das kommt sicher vom Küssen), aber so'n richtiger Basser steckt dat schnell wech (wohin?) und los geht es mit der Aufnahme.
Beeindruckend was Damir für einen Klang aus seiner "Hütte" rausholt. Unserer Meinung nach waren wir für die Produktion bestens vorbereitet, was der erste Aufnahmetag auch bestätigte. Die Drums waren eingespielt und der Bass verlangte tags drauf nur noch einige Korrekturen.
Aber für alle unkundigen REUNION Fans sollten wir mal kurz erwähnen wie so eine Aufnahme vonstatten geht:
Im Gegensatz zu unseren Live-Konzerten werden im Studio üblicherweise die Instrumente nacheinander eingespielt. Normalerweise sind Drums und Bass zuerst an der Reihe. Zur Orientierung aller folgenden Instrumente wird dabei noch eine Pilotstimme aufgenommen. Es folgen die Begleit- bzw. Soloinstrumente wie Akustik- und E-Gitarren, Pedal-Steel, Banjo oder Keyboards. Abschliessend werden die Leadstimmen und die Chöre aufgenommen. Zu guterletzt erfolgt der Mixdown mit abschliesendem Mastermix (oder war's der Monstermix?).
Hört sich alles ganz easy an, aber es beansprucht etwas Zeit, da wir musikalisch viel experimentiert haben. Die Zeiten, dass eine Produktion auf eine Bandmaschine aufgenommen wird, sind auch vorbei. Tim nimmt alles auf Festplatte auf, Harddisc-Recording genannt.
Ich glaube Uwe war es an den ersten drei Studiotagen etwas langweilig, weil er händeringend auf seinen musikalischen Part gewartet hat, aber das Beste kommt bekanntlich immer zum Schluss. So mussten wir leider auch feststellen, dass wir mit unserem Zeitbudget /etwas/ daneben lagen und wir nochmals drei Aufnahmetage dranhängen konnten.
Beachtlich war die Ruhe die Tim uns auch noch nach 10 Stunden Mukke am Tag entgegenbrachte. Markus ist es gelungen mit seinen Pedal-Steel und Gitarren Parts die für REUNION typischen Fills einzuspielen, was Uwe mit seinen Keyboards nochmals zu betonen wusste.
Tim hat es auch verstanden aus den drei Sängern erstaunliches Gesangspotential rauszuholen.
Ok, wir durften nicht viel Bier trinken, da eine Flasche Bier minus 2 Dezibel (=REUNION-Lärmeinheiten) beim Musik hören ausmacht. Trotzdem: wenn diese Produktion nicht geil war?
Zu so einer CD gehören aber nicht nur musikalische Tätigkeiten. Es wird auch ein ansprechendes CD Artwork gefordert. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für Bandleader, Webmaster und Layouter Martin - oder Pille, wie er von uns genannt wird. Er schreckt weder vor musikalischen Herausforderungen zurück noch war Tim's Mac vor ihm sicher - der machte nämlich während so mancher Stunde genau das Gegenteil von dem was er tun sollte - das sonst so zuverlässige Arbeitstier schmierte ab. Mit vielen Ratschlägen und einer neuen Festplatte läuft das gute Stück nun aber wieder problemlos.
Auf Martins Mist ist auch die (Marketing-) Idee gewachsen, die CD um einen Karaoke-Teil zu ergänzen. Für Tim war's "ein Knopfdruck" und schon hatten wir die doppelte CD-Länge. Die Fans wird's hoffentlich freuen, denn sie können nun zu Hause - z.B. in der Wanne - lautstark ihren Gesang üben und sich auf den REUNION Konzerten damit profilieren.
Unserer Meinung nach ist es Martin gelungen, ein ansprechendes Booklet zu layouten. Um ein wenig Geld zu sparen, versuchten wir zunächst die für das Booklet benötigten Portrait-Fotos selber abzulichten, was allerdings an unseren hohen Ansprüchen scheiterte - alles sollte man nun wirklich nicht selbst tun... So mussten wir jemanden der davon Ahnung hat beauftragen. Hans, von Foto-Design Fritsch, war kurzfristig bereit diese Aufgabe zu erfüllen.
Nach wochenlangen CD-Stress - speziell für Markus, Martin und Uwe - sind nun alle Beteiligten froh das Machwerk in den kommenden Wochen frisch gepresst präsentieren zu dürfen. Uli und Tim haben für unsere musikalischen (Extra-) Wünsche kurzfristig immer einen Termin frei machen können. Nicht zu vergessen sind unsere Familienangehörigen die während der Produktion viel Verständnis für uns Musiker aufgebracht haben.
Und noch ein Aufsatz - diesmal von Markus
Da immer mehr unserer treuen Fans auch der Blick hinter die (Papp-) Kulissen von REUNION interessiert, haben wir für Euch hier ein paar Infos zur Studio-CD-Produktion von Bettie says „Mooh” gesammelt:
Bei der Ankunft am Studio wurden wir sofort von einer Gruppe Fans begrüßt die uns entgegengelaufen kam. Später stellte sich leider heraus, dass es sich um die Band handelte die vor uns im Studio arbeitete und wegen mangelnder Vorbereitung des Hauses verwiesen wurde. Aber hart im Nehmen wie wir lustigen REUNION-Musikanten nun mal sind gingen wir an die Arbeit. Es stellte sich schnell heraus das alle ihre Aufgabe ernst nahmen und sehr gut vorbereitet waren. Damir spielte seine „Hütte“ mit der üblichen Dynamik (eine nette Umschreibung für laut und lauter) und Willi "the Bass" bediente sein Instrument mit der bekannten Präzision. Das erfreute natürlich auch Tim "The Mac" Buktu, der die ganze Geschichte aufgenommen und abgemischt hat.
Nachdem Schlagzeug und Bass im Kasten waren, ging es mit den Gitarren weiter. Das allerdings dauerte ein wenig länger, da wir erst mit einigen Sounds und Effekten experimentiert haben um einen möglichst guten Live-Effekt zu erreichen. Die handgemachte Musik von REUNION soll auf der Scheibe auch so klingen. Allen war klar, dass nur das auf die Scheibe kommt, was wir auch live bieten können. Irgendwann waren dann auch endlich die Klampfen und die Steel eingespielt. Wirklich erstaunlich was so ein Tontechniker (Danke Tim!) aushalten kann!
Uwe wohnte im Studio...
Das Dr. Taste, also Uwe seine Keyboard, Akkordeon, Harp und Piano-Parts runter spielte als würde er im Studio wohnen kam natürlich allen zugute, da wir uns offensichtlich etwas mit der Zeit verkalkuliert haben. Um Euch die CD aber noch in diesem Jahr präsentieren zu können haben wir kurz um noch ein paar Tage dran gehängt.
Damir - Star der zukünftigen Bravo-Foto-Love-Story
Die Mehrkosten holen wir durch eine Bravo Foto Love-Story mit unserem Drummer Damir wieder rein. Nachdem endlich alle Instrumente in Tims Kiste waren, ging es weiter mit dem Chorgesang. Die harte Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben und die noch härtere Schule beim russischen Kosakenchor hat sich bezahlt gemacht! Und um Euch beim Üben der Playbacks ein wenig zu unterstützen, haben Martin, Uwe und Markus natürlich noch die "Solostimmen" drauf gesungen.
Von jeder verkauften CD gehen 0,50 an die Aktion "Eine Villa für REUNION", also denkt beim Kauf der CD auch an Eure Eltern, Tanten, Onkels, Kinder, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Feinde usw.


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