Mega-Country-Band StartUp

Derzeit sorgt eine revolutionäre Idee des in der Country-Szene noch weitgehend unbekannten Organisators/Managers Hadur Moll für Zündstoff in den Proberäumen, Saloons und an Lagerfeuern: statt vieler verschiedener Countrybands auf unterschiedlichstem musikalischem Niveau, soll es künftig nur noch eine Mega-Countryband geben, die dafür auf höchster Qualitätsstufe spielt. Kein Konkurrenzdenken, keine verstimmten Musiker und Gitarren, sondern zufriedene Zuschauer und Veranstalter. Dabei soll für die verschiedenen Regionen im Bundesgebiet die gleiche Band quasi mehrfach existieren. Die Musiker, die sich vorher durch ein umfangreiches Casting qualifizieren müssen, werden im Besetztfall einfach ausgetauscht. Für gleichbleibende Qualität soll eine neu zu schaffende Iso-Norm – ähnlich der DIN ISO 104-2012 stehen. Das Gütesiegel für 1A-Country-Musik eben.

Vom Veranstalter wird vorgegeben, welcher (Country-)Musikstil gewünscht ist. Möglich wäre sogar die komplett vorgeschriebene Liedfolge. Abhängig von diesen Wünschen und selbstverständlich vom Budget, wird die jeweilige Band indiviuell für den Auftritt zusammengestellt. Vom Duo bis zur zehnköpfigen Band plus Chor und Tänzer/Animateure kann sich Querdenker Hadur Moll so etwas vorstellen. Hadur bezeichnet sich übrigens als international erfahrenen Musiker, der sich schon an so mancher Showgröße versucht hat. Nach einer längeren kreativen Schaffenspause hat er Asyl seine Heimat in Deutschland und in der Country-Musik gefunden: „Nach etlichen Fehlschlägen habe ich nun die Vision, dass Deutschland zur Country-Nation Nummer eins wird!“

Musiker und Bands, die nun vielleicht empört aufschreien, beruhigt Hadur: „Ihr könnt selbstverständlich alle an den Qualifizierungs-Battles teilnehmen. Wir werden mehr als nur einen Schlagzeuger brauchen.“ Neben den üblichen Bewerbungsunterlagen, ist übrigens eine Urinprobe und eine Kaution in Höhe von 1000 Euro erforderlich. Gerüchten zufolge, sind gewisse grobe Schnitzer im Lebenslauf und ein gewisser Hang zu Drogen durchaus erwünscht. Schließlich wollen die Zuschauer keine ‚glattpolierten Schluffis‘, sondern den ‚kantig-kernigen Kauboi‘ (man verzeihe diese Alliteration) erleben. „Bitte habt Verständnis, wenn wir weder für Anreise, Übernachtung und feste Nahrung während der Battles aufkommen. Dafür gibt es garantiert heiße Babes (& süße Boys) vor und hinter der Bühne sowie Alk in rauen Mengen – also der feuchte Traum eines jeden Musikers.“ so Hadur weiter.

Hört sich auch für uns fast zu gut an, um wahr zu sein!!!

Die Battles selbst werden hart werden. „Wir setzen auf die natürliche Auslese; nur der Stärkste überlebt.“ Hört sich nicht nur martialisch an, ist es auch: in den Aufenthaltsräumen sind zwar offiziell keine Waffen zugelassen aber ’so genau will Hadur das nicht nehmen‘.

Corporate Identity / Corporate Design in der Country-Music

Neben dem bundesweit gleichen (noch geheimen) Bandnamen legt Hadur übrigens viel Wert auf eine gewisse Konformität: Die Musiker sollen die Musik authentisch vermitteln. So wird momentan ein gigantischer Kostümfundus aufgebaut, um die Musiker für jeden Auftritt individuell aber uniformiert auszustatten. Um die gleichbleibende musikalische Qualität zu gewährleisten, müssen die Musiker ein wenig umdenken. Statt zum Beispiel akustischer Gitarren werden zukünftig ‚Rockpads‘ (iPad-Nachbauten des deutschen Herstellers Bäringer) bereit stehen und diese sind so programmiert, dass grobe Fehlgriffe automatisiert korrigiert werden. Kleine Anpassung der Rockpads an Hadur’s Wünsche: als Feedback-Kontrolle für den Musiker verteilt das Gerät einen kleinen Stromschlag, sobald eine gewisse Fehlertoleranz überschritten wird. „Die Musiker sollen sich schließlich auf die Show konzentrieren!“

Kritiker haben bereits angemerkt, dass genau dieser Punkt – ‚Show‘ – wahrscheinlich im Vordergrund steht. Hadur beruhigt: „Show und Musikalität sind gleichermaßen wichtige Kriterien, neben einigen anderen Aspekten für die Musiker, wie z.B. Aussehen, Selbstlosigkeit und Masochismus bis hin zur völligen Selbstaufgabe.“

Auch um das ‚Drumherum‘ macht sich Konsortium rund um Hadur Gedanken. Im Bedarfsfall kommt man direkt mit Showtruck vor Ort: ‚Bühne aufklappen, Gig spielen, einklappen, weiter….‘ Für Musiker und Instrumente gibt es spezielle Halterungen während der Fahrt zum nächsten Auftrittsort. Bei optimaler Planung sind bis zu 15 Auftritte pro Tag sind möglich, hat Hadur ausgerechnet.
Durch straffe Organisation und eine aggressive Preispolitik sollen die Kosten bewusst niedrig gehalten werden: Wir werden jeden Preis einer jeden Countryband in Deutschland unterbieten und trotzdem beste Qualität abliefern. Wir stehen in Kontakt mit einem PA-Hersteller aus Fernost, der die grundsoliden Produkte der deutschen Qualitätsschmieden Bäringer, Faim und TiBoun analysiert und dann nachbaut – von der PA bis zum Instrument. Es sind die vielen kleinen Bausteine, die den Endpreis ausmachen und wir werden alles genau analysieren und optimieren.“

Große Worte und hehre Ziele, Synergien und Einsparpotential

Das könnte sogar so weit gehen, dass bezahlte ‚Zuschauer‘ in das Publikum geschmuggelt werden. „Wenn da so ein ‚Zwei-Meter-Bär‘ neben dir begeistert anfängt zu jubeln, zu klatschen und dir aufmunternd zuzwinkert, bist du quasi gezwungen, dies ebenfalls zu machen. Und wenn nicht, gibt’s ganz schnell eine authentische Saloonschlägerei… Die Möglichkeiten, diese Gedanken weiter auszubauen, sind fast unendlich… ich denke da gerade an echte Revolver…“ sinniert Hadur.

Klein anfangen und mit Ergebnis-orientierten Workflows zum Global-Player werden

Wer davon ausgeht, das dies Gedanken eines vereinzelten kleinen Spinners sind, dem sei versichert, dass Hadur eine größere Organisation vertritt. Recherchen haben ergeben, dass ein Konzern aus dem süditalienischen Raum hinter den Visionen von Hadur steht. Geheimen Plänen zufolge, plant man, konkurierende Festivals mit ‚einfachen, aber äußerst wirkungsvollen Mitteln‘ auszuschalten.
„Wir planen, den deutschen Country-Markt in kürzester Zeit zu erobern.. und später die ganze Welt! Es wird Zeit, dass Wild-West-Manieren statt weichgespülter Manager die Verhandlungstische regieren!“ Hadur bekommt bei solchen Worten ein fast fatalistisches Funkeln in den Augen und selbst sein kantiger Bodyguard schaut etwas verstört drein. Doch schon hat sich Hadur wieder gefangen; ein kurzer Zug an der süßlich riechenden, selbstgedrehten Zigarette und mit sanfter Stimme säuselt er weiter: „Wir wollen ja niemandem weh tun und so lange alles läuft, wie wir es uns vorstellen, werden wir fair bleiben.“

Sex & Drugs & Rock’n’Roll

Begeistert liest sich die Aussage eines ehemaligen Musikers, der für Hadur gearbeitet hat: „Er war immer korrekt und hat sich um unsere Bedürfnisse gekümmert. Wir waren ein halbes Jahr auf Tour, jeden Tag in einer anderen Stadt, viele Weiber Backstage, immer anständig Dope im Tourbus, Alk… eben das ganze Programm. Warum Honk, unser Gitarrist, dann auch noch Bezahlung wollte, ist mir vollkommen schleierhaft. Irgendwann war er weg… wie vom Erdboden verschluckt… es hat auch keiner mehr Fragen gestellt.“
Yussuf, der neue Gitarrist spielte früher die Saz und muss sich noch ein wenig anpassen. Immerhin hat er Top-Beziehungen nach Afghanistan/Pakistan und versorgt mittlerweile nicht nur die Tourbusse sondern auch die Fanshops mit vielen Bewustseins-erweiternden Substanzen.

Hadur selbst ist gespannt, welche Anregungen aus der Country-Gemeinschaft noch kommen werden. „Ich nehme jede Herausforderung an und bin bereit, mich Euren Ideen zu stellen.“ Wer nun einen zündenden Geistesblitz hat hat, skizziert diesen und legt alles, zusammen mit einem 100 Euro-Schein, in einen ausreichend frankierten Umschlag. Unter allen Einsendern werden zudem fünf nagelneue 20 Euro-Scheine verlost!

Die Adresse:
Dreamdancer Inc.
Hadur – the KING – Moll
Straße-des-Ersten 4
142012  Wolkenkuckuksheim

UPDATE: Jepp – veröffentlicht am 1. April…